Vorstellungsgespräch Tipp : Skype, Multimedia Conferencing, Videochat

Vorstellungsgespräch Tipp : Skype, Multimedia Conferencing, Videochat

Skype, Multimedia Conferencing, Videochat – Immer mehr Unternehmen nutzen als Arbeitgeber den Video Chat als Interview fürs Kennenlernen.

Nicht nur Stellenangebote und Jobbörsen sind ein Thema welches sich im Ständigen Wandel befindet sondern das eigentliche Vorstellungsgespräch steht im Focus beim Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Statt sich beim Vorstellungsgespräch persönlich gegenüber zu sitzen, kommen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer öfter per Videochat näher. Was in einigen Ländern schon länger erfolgreich eingesetzt wird, erfreut sich jetzt auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Das Bewerbungsgespräch via Skype oder Google „Hangouts“ spart nicht nur immer mehr Zeit und Geld. Das Interview mit der Webcam bringt einige Vorteile aber auch Nachteile. Die Live-Schaltung mit dem neuen Arbeitgeber stellt den Bewerber oft vor große Herausforderungen. Während die Arbeitgeber und Personalberater in ihrem gewohnten Büroumfeld sitzen, gewährt der Bewerber so Einblicke in sein Privatleben. Daher ist hier auch höchste Professionalität gefragt. Ein guter Grund, sich das Skype-Interview einmal genauer anzuschauen, bevor sich die Kandidaten nachher ungewollt und unvorbereitet ins Fettnäpfchen „skypen“.

Skype Multimedia Conferencing Videochat im Vorstellungsbespräch

Vorstellungsgespräche via „Skype Multimedia Conferencing Videochat“ sind mit denen des persönlichen Vorstellungsgespräches identisch. Dennoch gibt es hier den einen oder anderen Punkt, der tatsächlich abweicht und vielleicht auch manchen Bewerber überrascht.

Die Hauptgefahr des Skype-Vorstellungsgesprächs besteht darin, es nicht ernst genug zu nehmen. Die Sicherheit der eigenen Wohnung und der vertrauten Umgebung verleiten oft manche Kandidaten zu einer nachlässigen und oberflächlichen Haltung.

Start des Gespräches und „warm up“

Als einladender Gastgeber beginnt der Personaler oder Arbeitgeber das Vorstellungsgespräch mit einigen einleitenden Worten. Diese Regel gilt nicht nur im persönlichen Vorstellungsgespräch, sondern auch via Skype. Es wäre sicherlich unhöflich dem Gesprächspartner zuvorzukommen. Sie haben so aber auch die Möglichkeit, sich auf Stimme, Tonfall und Sprachverhalten Ihres Gesprächspartners einzustellen.

Die Tipps und Strategien für die Vorbereitung eines Vorstellungsgespräches gelten auch via Skype. Konkret bedeutet das: Vor dem Gespräch sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen unbedingt noch einmal lesen und sich klar machen, zu welchen Themen und Punkten Fragen kommen könnten.

Extra-Tipp: Lebenslauf neben den Bildschirm kleben

Kleben bzw. heften Sie sich den tabellarischen Lebenslauf mit etwas am besten neben den Bildschirm. So haben Sie alle wichtigen Punkte notfalls im Blick. Dasselbe können Sie auch mit dem Anschreiben machen – oder mit einer Liste Ihrer wichtigsten Argumente.

Persönlichkeit und erster Eindruck

Im Vorstellungsgespräch geht es primär um Ihre Person und Persönlichkeit. Die formalen Qualifikationen sind ja aus dem Lebenslauf bekannt und haben offenbar überzeugt, wenigstens aber Interesse geweckt. Zeigen Sie also ruhig auch Emotionen: Leidenschaft für den Job, Begeisterung für den Arbeitgeber. Und lächeln Sie dabei viel – das macht sofort sympathisch. So erhöhen Sie sicherlich Ihre Sympatiewerte und die Chance auf eine Einstellung bzw. einem weiteren Gespräch.

Die Dauer des Gespräches

Planen Sie bitte keine Anschluss-Termine ein. Skype-Vorstellungsgespräche können von wenigen Minuten bis zu über einer Stunde dauern. So lange Sitzungen sind zwar nicht üblich, können aber vorkommen. Es wäre unschön und unprofessionell, wenn dadurch unter Zeitdruck geraten.

Ernsthaftigkeit ist wichtig

Ein Vorstellungsgespräch via Skype bietet Ihnen einige Vorteile: Viele Bewerber fühlen sich in den eigenen vier Wänden sicherer und treten deshalb selbstbewusster auf. Hierin liegen zwei Gefahren: Zu viel Selbstbewusstsein kann schnell überheblich wirken; zu viel Sicherheit aufgrund der bekannten Umgebung führt manchmal aber auch dazu, dass Bewerber das Vorstellungsgespräch via Skype nicht ernst genug nehmen. Machen Sie sich immer klar: Auch wenn der Personaler nur im Rechner steckt – es ist ein echtes Vorstellungsgespräch.

Auch bei einem Skype-Vorstellungsgespräch werden sie kommen: typische Personaler-Fragen, womöglich sogar Fangfragen, auf die Sie vorbereitet sein sollten. Gleichzeitig wird es (meist am Ende des Gesprächs) Wie bei einem persönlichen Vorstellungsgespräch eine Phase geben, in der man Sie fragt, ob Sie noch Rückfragen haben. Haben Sie – immer! Erstens haben Sie so die Chance, wichtige Informationen über den Arbeitgeber zu erhalten, zweitens zeigen Sie dadurch Interesse.

Gehalt ist immer ein Thema

Ob zu Ihren Fragen auch die nach dem Gehalt zählt, hängt vom Aufbau des Bewerbungsverfahrens ab: Handelt es sich bei dem Skype-Vorstellungsgespräch um die erste von mehreren Runden, ist die Frage hier noch nicht angebracht. Ersetzt es jedoch ein persönliches Vorstellungsgespräch ohne weitere Termine, dürfen Sie die Frage durchaus stellen oder – falls Sie danach gefragt werden – Ihre Gehaltsvorstellungen nennen.

Technik im Blick

Nutzen Sie für Ihr Skype-Gespräch unbedingt ein Headset. Sie verhindern so ein störendes Echo und verbessern die Klangqualität für Ihren Gesprächspartner deutlich.

Extra-Tipp: Bluetooth-Headset nutzen

Nutzen Sie dazu möglichst ein kabelloses Headset mit Bluetooth-Verbindung und checken Sie vorher, ob die Batterien voll aufgeladen sind. Ohrstöpsel und Kopfhörer machen leider immer hässliche „Micky Maus“-Ohren. Das sieht leider nie so richtig seriös aus.

Zur Vorbereitung auf das Gespräch gehört auch, dass Sie sich mit der ausgeschriebenen Stelle befassen: Informieren Sie sich grundlegend über das Berufsbild und den Arbeitgeber, seine Branche und Marktposition. Fragen hierzu lassen Sie schrecklich naiv und unvorbereitet aussehen und sind deshalb immer tabu. Was dagegen erlaubt ist, sind Fragen zu den besonderen Herausforderungen der angestrebten Position, zum Team oder zum Berichtsweg.

Optik auch im Interview

Ziehen Sie sich auch zum Skype-Interview offiziell an: Also Business-Outfit für konservative Branchen, etwas legerer darf es bei moderneren Arbeitgebern sein. Die Kleiderwahl wirkt auch auf Sie selbst: Aus demselben Grund empfehlen Psychologen etwa Schuhe, Krawatte und Hemd im Heimbüro anzuziehen – und nicht bloß einen Bademantel. Kann sein, dass dies das Lampenfieber kurzfristig erhöht, aber das Adrenalin macht Sie auch aufmerksamer und verbessert Ihren Auftritt.

Selbst gute Webcams kommen mit Gegenlicht (zum Beispiel einem Fenster im Rücken) nur schwer zurecht, ähnliches gilt für eine mangelhafte Beleuchtung oder starke Kontraste. Eine falsche Beleuchtung kann Sie wie ein Zombie aussehen lassen oder zu hässlichen Reflexionen in Brillengläsern führen. Achten Sie daher im Vorfeld darauf, dass Ihr Gesicht gleichmäßig und schattenfrei ausgeleuchtet ist. Wer das nötige Equipment besitzt (passende LED-Strahler gibt es beispielsweise bei Amazon schon ab 20 Euro), sollte die sogenannte Drei-Punkt-Ausleuchtung nutzen. Dabei geht das Hauptlicht (Keylight) auf Sie, ein Effektlicht minimiert Schatten und eine dritte Lichtquelle reduziert die Schatten im Hintergrund und lässt diesen mehr Strahlen:

Fragetechniken im Vorstellungsgespräch

Für Personaler ist eine Frage in der Regel enorm wichtig: Worauf basiert Ihre Motivation für den Job? Wie können Sie sich selbst motivieren und welche externen – also vom Unternehmen beeinflussbaren – Faktoren spielen hierbei eine Rolle? Idealerweise beantworten Sie diese Fragen implizit auch, wenn Sie nicht gestellt werden.

So gut Ihr Gedächtnis auch sein mag: Je länger das Gespräch dauert, desto schwerer wird es, sich an alle Details oder mögliche Rückfragen zu erinnern. Machen Sie sich daher ruhig Notizen während des Bewerbungsgesprächs. Notieren Sie sich aber nur Stichpunkte – alles andere, dauert zu lange. Und notieren Sie diese nur mit Stift und Papier, Tipp Geräusche wirken meist störend.

Die Frage: „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ ist in Vorstellungsgesprächen nach wie vor zu hören. Auch wenn sie ausbleibt, sollten Sie deutlich machen, wie Ihre mittelfristigen Erwartungen aussehen und woran Sie sich orientieren. Diese Information ist für beide Seiten wichtig um beurteilen zu können, ob das Unternehmen und die konkrete Position für Sie wirklich geeignet sind.

Und wieder Achtung Technik

Gemeint ist hier vor allem die Internet-Verbindung. Ergreifen Sie daher alle erforderlichen Maßnahmen, um eine stabile Verbindungsqualität für das Sykpe-Gespräch zu gewährleisten. Dazu gehört zum Beispiel alle anderen Programme oder Downloads zu pausieren oder zu beenden. Falls mehrere Personen in dem WLAN surfen, könnten Sie diese bitten, ebenfalls kurzfristig und für die Dauer des Gesprächs offline zu gehen.

Sorgen Sie während des Skype-Vorstellungsgespräches für unbedingte Ruhe und Privatsphäre. Idealerweise sprechen Sie im Vorfeld mit Kindern, Partner oder Mitbewohnern darüber, dass Sie gleich ein wichtiges Vorstellungsgespräch haben und bitte nicht gestört werden wollen. Es wirkt nicht nur unprofessionell, sondern führt auch zu unfreiwilliger Komik, wenn mitten im Gespräch Personen durchs Bild laufen oder jemand aus dem Off zu Ihnen spricht. Aus demselben Grund stellen Sie bitte auch Fernseher, Radio und das Mobiltelefon auf lautlos oder schalten alles gleich ganz aus (was nicht zur Übertragung gebraucht wird).

Extra-Tipp: Smalltalk nutzen

Schaffen Sie von Anfang an eine gute Atmosphäre durch etwas Smalltalk. Eine kurze Frage nach dem bisherigen Tag des Gesprächspartners oder dem vergangenen Wochenende kann Wunder wirken.

Machen Sie sich klar: Was immer auf dem Bildschirm neben Ihnen zu sehen ist, wird bemerkt und beurteilt. Wählen Sie den Ausschnitt also weise – und den Hintergrund möglichst neutral. Tabu sind daher im sichtbaren Umfeld Schrankwände mit spiegelnden Vitrinen, Motto-Poster, wilde Pflanzen-Dschungel sowie schmutzige oder reflektierende Wände. Idealerweise hat die Komposition wenig Kontraste und lässt keinerlei Rückschlüsse zu.

Extra-Tipp: Skype-Profil optimieren

Neben dem sichtbaren Umfeld der Kamera gibt es noch ein weiteres, was oft vergessen wird: Ihr Skype-Profil. Auch das bleibt bei der Verbindung ständig sichtbar. Aktualisieren Sie daher unbedingt vorher Ihr Profilbild (idealerweise ist es Ihr Bewerbungsfoto) und überarbeiten Sie gegebenenfalls auch noch das Über-mich-Feld sowie die „Persönliche Nachricht“. Beides wird von Personalern gelesen. Gleiches gilt für den Skype-Namen.

Bringen Sie (telefonisch oder per E-Mail) vorab in Erfahrung, wie lange das Gespräch voraussichtlich dauern wird – falls die Dauer nicht schon angegeben wurde. Aufgrund der veranschlagten Zeit können Sie besser abschätzen, welche Fragen Ihnen gestellt werden. Bei einem 20-minütigen Interview geht es meist nur um ein paar Basisinformationen zu Ihrer Person, ein paar Rückfragen zum Lebenslauf, eventuelle Lücken, die geklärt werden sollen. Dauert das Gespräch länger, sollten Sie mit tiefer gehenden Fragen rechnen und sich wie auf ein umfassendes Vorstellungsgespräch vorbereiten – mit Fragen zu Ihrer Persönlichkeit, zu Ihren Plänen und Zielen, mehr Rückfragen. Bei der Vorrecherche sollten Sie gleich auch den Namen Ihres Gesprächspartners erfragen. Dann können Sie sich beispielsweise über Netzwerke wie Xing oder Linkedin über ihn informieren oder Sie seinen Namen googeln.

Kamera, Labtop..Netzwerk

Investieren Sie in einer gute, hochauflösende Kamera (und eine schnelle, stabile Internetverbindung). Viele Laptops haben zwar heute Webcams eingebaut, die erzeugen aber leider oft ein pixeliges Bild. Das mindert ein bisschen Ihren Eindruck und kann sich unbewusst auf Ihre Beurteilung übertragen. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch, dass Sie die Kamera auf Augenhöhe positionieren. Ihr Interview-Partner könnte irritiert sein, wenn er zu Ihnen während des Vorstellungsgesprächs gefühlt aufschauen oder hinabblicken muss.

Gehen Sie bitte immer mit einem klaren Ziel in das Vorstellungsgespräch – nicht einfach das Interview auf sich zukommen lassen. Machen Sie sich bewusst, wie Ihr Minimalziel aussieht und welche Fragen Sie beantwortet haben wollen – auch falls die Themen nicht so schon zur Sprache kommen. Wer fragt, führt.